Schwarzbuch 2011 - Bund der Steuerzahler Deutschland e. V. - Kinder-Internetangebot des BMFSFJ versagt
Bund. Das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) hat mit 117.000 Euro seine Internetseiten für Kinder aufgehübscht. Ein Erfolg? Fehlanzeige! „Wir messen keine Besucherzahlen“, hieß es lakonisch aus dem Ministerium. Datenschutzbestimmungen mussten als Begründung herhalten. Eine Schutzbehauptung, da beispielsweise das Auswärtige Amt dem BdSt ohne Datenschutzbedenken die Besucherzahlen seiner Kinder-Internetseiten mitteilte.Erst auf BdSt-Nachfrage bekannte das BMFSFJ, lediglich die Internet-Seitenaufrufe zu messen. Das ist ein Wert, den die Internetwirtschaft bereits vor zwei Jahren als viel zu wenig aussagekräftig heruntergestuft hat. Bis zum Relaunch von www.kinder-ministerium.de im Juni 2010 hatte das BMFSFJ im Monatsschnitt 18.500 Seitenaufrufe registriert. Für die Zeit nach dem Relaunch teilte das BMFSFJ dem BdSt zunächst die Daten der Monate April bis Juli 2011 mit. In dieser Zeit schwankte das Interesse an www.kinder-ministerium.de zwischen 11.000 und 29.000 Seitenaufrufen. Damit lag die Zahl der Seitenaufrufe im Monatsschnitt bei 20.000, also kaum höher als vor der Neugestaltung der Internetseiten. Und selbst, wenn die Zahl der monatlichen Seitenaufrufe seit dem Relaunch bei 29.000 liegt, wie das BMFSFJ gegenüber dem BdSt später nachschob, entspricht das vielleicht 75 zusätzlichen Besuchern auf www.kinder-ministerium.de pro Tag. Vielleicht sind es auch viel weniger, weil der Relaunch mit neuen interaktiven Elementen einherging, was technisch bedingt die Zahl der Seitenaufrufe automatisch erhöht. Wie dem auch sei – an einer Erfolgskontrolle war das BMFSFJ ohnehin nicht sonderlich interessiert, wie die fehlende Messung echter Besucherzahlen zeigt. Sicher ist nur, dass das Internetprojekt den Schuldenberg des Bundes um 117.000 Euro erhöht hat. Denn die Projektmittel stammen komplett aus dem kreditfinanzierten Konjunkturpaket II. Viele neue Schulden, aber kaum neue Besucher sind also das Projektresultat. Und so droht das nun weiterzugehen. Das BMFSFJ will in den Jahren 2011 bis 2013 weitere 100.000 Euro in sein Kinder-Internetangebot stecken. Diesmal aus einem anderen Fördertopf, dem Kinder- und Jugendplan des Bundes. Ein besserer Plan wäre es, den Kindern und Jugendlichen weniger Staatsschulden aufzubürden, als ihnen die x-te Internetseite der öffentlichen Hand auf Pump anzubieten.
Staatsverschuldung in Deutschland
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